USB-Sticks

USB-Sticks und andere mobile Speichermedien wie SD-Karten sollten eigentlich veraltete Speichermedien wie Disketten ablösen, aber in der Praxis zeigen sich diverse Probleme, weil sie auch Ende 2007 meistens kein vollwertiger Ersatz sind:

- Durch diverse Fehler in der Hardware und dem BIOS ist von USB-Stick Booten häufig nicht möglich, obwohl man für einige Software, beispielsweise die meisten Programme zum Updaten oder Auslesen von Mainboard-BIOS, IPMI-Firmware, DVD-Brenner-Firmware, Grafikkarten-Firmware usw. ein DOS auf einem bootfähigen Medium wie einem USB-Stick benötigt. Es gibt auch einige andere Anwendungen wie beispielsweise Knoppix vom USB-Stick booten oder das Booten nach dem Encrypted Root File System Howto (Linux). Eine weitere Anwedung sind sehr kleine PCs wie der Linutop: Dieser PC hat weder eine Festplatte, noch CD/DVD-Laufwerk und das Gehäuse hat auch keinen Platz dafür; hier kann man praktisch nur vom USB-Stick booten und deshalb ist das Betriebssystem des Linutops nur auf einem USB-Stick.
Ein Beispiel ist das Mainboard NM460: Das Knoppix 5.1 kann von einem Sandisk Cruzer micro gebootet werden, aber nicht von einem Corsair Padlock, obwohl fünf andere PCs von beiden Sticks problemlos booten können.

- Durch diverse Fehler in der Hardware und dem BIOS ist von Speicherkarte booten mit rund 95 % aller Karten/Kartenleser nicht möglich.

- Zu rund 95 % haben USB-Sticks keinen Schreibschutz-Schalter und man kann sie auch nicht nachrüsten, obwohl Disketten einen Schreibschutz-Schieber oder eine Schreibschutz-Kerbe haben, die man auch manuell nachrüsten kann.

- Die Performance ist machmal so mieserabel wie mit einem Diskettenlaufwerk.

- Es gibt Merwürdigkeiten wie das einige Kombinationen von Sticks und Mainboards nicht funktionieren. Ein Beispiel ist der FSC Memorybird P 2 GB: Er funktionierte ein Jahr lang problemlos an einem Dutzend PCs ohne Probleme, aber nach zwei Monaten an einer Fritzbox 7170 funktioniert er nicht mehr an PCs mit USB2; er wird nicht einmal als USB-Gerät gefunden! An diesen PCs kann man ihn nur noch über einen USB1-Hub finden!

Andererseits sind sie meist robuster und problemloser als Disketten und Festplatten: Eine (versehentliche) Wäsche in der Waschmaschine, Staub, starke Vibrationen und auch den Kontakt mit einem starken Magneten überstehen sie problemlos, im Gegensatz zu Festplatten:
http://www.aptgetupdate.de/index.php/2007/12/03/wir-haben-jetzt-einen-todesmagneten/
http://zeus.zeit.de/text/zeit-wissen/2006/02/Spass_mit_Magneten
http://de.wikipedia.org/wiki/Degausser.
Beispielsweise überstand in einem Test der Zeitschrift Chip, Heft 05/2008, der robuste USB-Stick Corsair Survivor 16 GB: 2 Minuten Feuer, 14 Stunden Eintauschen in Coca-Cola, 10 Minuten in kochendem Wasser, 8 Stunden bei -18°C, auflegen auf einen 1,6 Tesla starken Magneten, mehrfaches Umrühren in Quarzsand, ein Fall aus 15 m Höhe, einen Kochwaschgang (90°C, Schleudern mit 1200 UPM) und Überfahren mit einem Hummer H1.
Zudem haben sie keine Festplatten-typischen Probleme wie den Performance kostenden Pre-Scan. Trotzdem ähneln USB-Sticks den Festplatten mehr als Disketten, weil sie eine Seriennummer haben und unter Linux wie SCSI-Festplatten behandelt werden, wie die Kernel-Meldungen nach dem Einstecken zeigen:

usb 1-3: new full speed USB device using ohci_hcd and address 2
usb 1-3: new device found, idVendor=0781, idProduct=5406
usb 1-3: new device strings: Mfr=1, Product=2, SerialNumber=3
usb 1-3: Product: U3 Cruzer Micro
usb 1-3: Manufacturer: SanDisk
usb 1-3: SerialNumber: 0000187FC570CB69
usb 1-3: configuration #1 chosen from 1 choice
Initializing USB Mass Storage driver...
scsi7 : SCSI emulation for USB Mass Storage devices
usb-storage: device found at 2
usbcore: registered new driver usb-storage
usb-storage: waiting for device to settle before scanning
USB Mass Storage support registered.
Vendor: SanDisk Model: U3 Cruzer Micro Rev: 4.05
Type: Direct-Access ANSI SCSI revision: 02
SCSI device sdd: 8027789 512-byte hdwr sectors (4110 MB)
sdd: Write Protect is off
sdd: Mode Sense: 03 00 00 00
sdd: assuming drive cache: write through
SCSI device sdd: 8027789 512-byte hdwr sectors (4110 MB)
sdd: Write Protect is off
sdd: Mode Sense: 03 00 00 00
sdd: assuming drive cache: write through
sdd: sdd1
sd 7:0:0:0: Attached scsi removable disk sdd
sd 7:0:0:0: Attached scsi generic sg3 type 0

Angezeigt bekommt man diese Meldungen, als root, mit dem Befehl dmesg und bei vorhandener Partitionstabelle bekommt man alle Partitionen mittels fdisk -l angezeigt.
Aber bei täglichem Gebrauch, mit mehrmals täglich Stecken und Ziehen, haben USB-Sticks eine Lebensdauer von ca. einem Jahr; sie sind also nicht generell langlebiger als Festplatten.

Um Fehlkäufe von nicht bootfähigen oder gar defekten USB-Sticks (siehe auch Abschnitt Fakes unten) zu vermeiden ist mein Tipp daher nicht irgendeinen USB-Stick im Laden zu kaufen, sondern
1.) per Versand ein Dutzend verschiedener USB-Sticks zu kaufen,
2) Testen welcher ausreichend schnell und bootfähig, also kaufbar ist,
3.) Auswählen eines (oderer mehrerer) USB-Sticks aus der Gruppe der kaufbaren und
4.) Zurückschicken der nicht ausgewählten Sticks nach zweiwöchigem Widerrufsrecht (§ 355 BGB).
Dies klingt reichlich aufwendig, aber Tests zeigen das von nur rund der Hälfte der Sticks gebootet werden kann und das von den bootfähigen Sticks nochmals rund die Hälfte Defekte bei einem mehrfachen und kompletten Schreib-Lesetest zeigt; wirklich brauchbar ist also nur rund ein Viertel der USB-Sticks.
Zur Fristwahrung genügt die rechtzeitige Absendung der Ware und man muß die Rücksendung nicht kommentieren. Erfahrungsgemäß ist das auch kein Problem, außer bei Ebay-Handlern mit Versand aus dem Ausland; insbesondere China.
Den für eine unfreie Rücksendung nötige Mindest-Bestellwert von 40,00 EUR sollte man natürlich nicht unterschreiten und auf der unfreien Rücksendung muss klar und deutlich Rücksendung nach § 355 BGB vermerkt sein. Um für die Rücksendung einen Beleg zu haben und auch um beim Händler keine vermeidbaren Kosten zu verursachen, ist es aber ratsam NICHT unfrei sondern als einfaches Paket zurück zu schicken, denn Pakete sind zumindest bei DHL automatisch bis 500 EUR versichert. Hat man vom Händler keinen Retouren-Schein, sollte man also als Paket zurückschicken.
Um sicher zu stellen, das der Wert der rückgesendeten Ware über 40 EUR liegt, sollte man entweder viele USB-Sticks bestellen oder anderes zum Ausprobieren/Testen zusätzlich; beispielsweise ein paar Betriebssysteme, PC-Spiele und Handys, von denen man sicher weiß, das man für mind. 40 EUR davon zurück schicken wird. Insbesondere bei Handys muß man aber darauf achten nur kurz zu Testen: http://www.heise.de/newsticker/meldung/96983.
Daneben sollte man darauf achten, das die zurückgeschickten Teile möglichst keine Wertminderung durch Beschädigungen/Gebrauchsspuren oder beschädigte Verpackungen haben und das man das auch mit ein paar Fotos dokumentiert.
Man sollte sich auch nicht verunsichern lassen durch Lizenzverträge, die der Software beiliegen oder die erst von der Software angezeigt werden, beispielsweise EULAs: Nach deutschem Recht kann das 14tägige Widerrufsrecht damit nicht umgangen werden und zudem ist unabhängig hiervon ein Lizenzvertrag, den der Kunde erst beim Auspacken oder von der gekauften Software zu sehen bekommt, nicht rechtsgültig.

Eine grobe (Lese-)Geschwindigkeitsmessung erreicht man unter Linux oder von Knoppix-CD/DVD mit einem einfachen

hdparm -tT /dev/< device >

mit < device > für das Gerät (z. B. sda). Weniger als 10 MB/sec beim disk read ist langsam.

Genauere Werte erhält man mittels

time badblocks -t random -wsv /dev/< device >

Die beim Test aktuelle Transferrate, die zeitlich stark schwanken kann, zeigen Programme wie gkrellm an.
Noch genauere Geschwindigkeitsangaben erhält man durch Messen von Lesen und Schreiben getrennt, verwenden einmal von konstanten und einmal von (pseudo-)zufälligen Datenmustern sowie mit fortlaufendem und (pseudo-)zufälligem Lesen/Schreiben. Die jeweiligen Transferraten hängen natürlich von Parametern wie beispielsweise der Blockgröße ab.
Mit den Mount-Optionen async,noatime,nodiratime,nodev kann man hier etwas tunen.
Diese Tipps gelten auch generell für alle Datenträger. Beispielsweise zeigte der Test mit badblocks -t random bei meiner ersten Ein-Terrabyte-Festplatte beim ersten Testen einige hundert Fehler und bei um 5 Jahre alten Disketten zeigen zwei Drittel der Disketten mehrere defekte Blöcke.


Skript zum Booten von USB-Stick

Hierfür benötigt man erstmal die Hardware, also einen bootfähigen USB-Stick (nächstes Kapitel u. die Links zu den Tests darunter).
Mittels Knoppix-CD oder -DVD kann man, ohne kostenpflichtige Lizenzen, auf dem Stick ein bootfähiges System installieren, das auch die vollwertige MS-DOS-Alternative FreeDOS und das Speichertestprogramm Memtest86 enthält. Dazu habe ich das Skript knoppix_usb.sh erstellt, das für die Zugriffe auf die Hardware (Partitionieren, Formattieren usw.) natürlich root-Rechte braucht.
Dieses Skript muss man auch meist anpassen, also (unter Linux) mittels dmesg oder fdisk -l überprüfen ob der Stick wirklich /dev/sda ist, bzw. das Device im Skript ändern usw., und nach dem ersten Download des CD/DVD-Images sollte man die Zeile mit dem entsprechenden Downloaden auskommentieren.
Eingebaut im Skript ist (auskommentiert) auch ein Randomisieren mittels badblocks um Undelete-Tools wie z. B. Foremost , Scalpel , CarvFS, Photorec, Ftimes und Undelete Plus sowie Schadprogramme wie USBDumper zu blocken, auf Datenträgerfehler zu testen und um nebenbei die mittlere Geschwindigkeit zu messen; deshalb dauert dieser erste Schritt, den man aber einfach Auskommentieren kann, einige Minuten.

Wegen einem Bug im Knoppix 5.1.1 ( http://www.knoppix.net/wiki/Bugs/5.1.1CD ) kann man das FreeDOS der CD nicht booten; man benötigt neben dem Skript noch die angepasste syslinux.cfg und die Datei memdisk (aus Syslinux 3.52), die beide vom Skript in das Wurzelverzeichnis des Sticks kopiert werden und die man von hier per Rechtsklick downloaden kann.
Die aktuelle Version des Skripts verwendet die 2008 aktuelle Knoppix 5.3.1 -DVD, ist also für Sticks von mind. 8 GB Größe eingerichtet; die Einträge für die Knoppix 5.1.1 -CD sind nur auskommentiert.

Wegen FreeDOS u. A. wird als Dateisystem FAT32 verwendet und damit gibt es einige Einschränkungen:
- Die maximale Dateigröße ist 4 GiB
- Die Dateinamen müssen generell im Schema 8.3 (acht Zeichen für den Dateinamen-Präfix, Infix "." und drei Zeichen für den Suffix/Dateinamenserweiterung) sein. Dies gilt beispielsweise für die Kernel-Namen.
Unter dem FAT hat man zwar keine hard links, aber unter MS-Windows und Cygwin zumindest quasi-soft links, so das man auf dem Stick mittels dupmerge und Cygwin noch Platz durch Redundanzreduktion sparen kann. Im Gegensatz zu den hard links kann es hier aber das Problem von toten Links ("ungültigen Verknüpfungen") geben. Man sollte deshalb (unter Cygwin) gelegentlich nach toten Links sehen mittels

find -type l -xtype l

Allerdings muß man hierbei beachten, das DOS soft Links (Shortcuts) nicht transparent verwendet, so das man unter DOS normalerweise darauf verzichten sollte.
Gleiches gilt für die DOS-Box unter MS-Win, aber nicht für Cygwin und den MS-Explorer.
Unter Linux, BSD etc. funktionieren diese Shortcuts ebenfalls nicht, denn dort zeigt sich, das am Dateinamen noch ".lnk" angehängt ist und das es sich nicht um echte soft Links handelt!
Deshalb tritt dieses Problem nur beim Verwenden von dupmerge mit Cygwin unter MS-Windows auf; unter Linux, BSD etc. scheitert der Versuch echte Links auf FAT anzulegen und zwar unabhähgig davon, ob es sich um soft links oder hard links handelt.

Bei Gelegenheit werde ich neben Kanotix auch BartPE für ein live MS-Windows und Knoppicillin zum Suchen nach Malware und deren Beseitigung in das Installationsskript integrieren.

Wie praktisch alle Block-Devices haben auch USB-Sticks eine Blockgröße von 512 Byte, aber laut LinuxUser 1.2008, Seite 32, gibt es Sticks von Tulip mit einer Blockgröße von 2 kiB. Bei solchen Sticks könnte es notwendig sein das Skript anzupassen. Wird mittels mkfs.vfat formattiert, muß man in diesem Fall die Option -s 2048 verwenden. Welche Blockgröße verwendet wird, verrät unter Linux dem user root das dmesg (s. o.) und auch die Ausgabe von
fdisk -l | grep "*" | grep bytes
mit dem Wert, der vor dem Gleichheitszeichen ausgegeben wird.

Um bei gebootetem Knoppix auf dem Stick auch Daten ablegen zu können, muß er read-write gemountet werden:

su
mount -o remount,rw /cdrom

Wie man als Bootloader grub statt syslinux für dem Stick einrichtet, wird beschrieben im Artikel "Linux für die Hosentasche" in LinuxUser 12.2007, S. 48-51, auch mit Geexbox und Pendrive Linux.
Eine andere kurze Beschreibung findet man hier: http://blog.torh.net/2007/08/19/creating-a-bootable-usb-flash-drive/.

Es gibt beim Knoppix ab Version 5.1 auch ein experimentelles Skript zur Erstellung eines mit Knoppix bootfähigen Memory-Sticks aus einer laufenden KNOPPIX-Live-Session: mkbootdev.
Dieses Skript verwerdet auch syslinux als Bootloader, aber anscheinend paßt es nicht die fdisk-Geometrie an. Auf einer USB-Festplatte, die schon die passende Geometrie (255 h, 63 s) hatte, konnte mit diesem Skript aber erfolgreich installiert werden.

Für MS-Windows gibt es Ähnliches um MS-DOS zu booten; beispielsweise das HP USB format tool (SP2713.exe in der sp27213.zip, siehe google), zu dem man aber aus Lizenzgründen zusätzlich die Boot-Dateien vom MS-DOS benötigt, beispielsweise von einer MS-Windows98-CD. Allerdings partitioniert dieses Programm nur mit 255 Heads und 63 Sectors/Track; d. h. damit kann NICHT von relativ kleinen USB-Sticks gebootet werden (siehe nächstes Kapitel) und zudem ist das MS-Win deutlich unflexibler und unergonomischer, weil es beispielsweise weder eine Shell (Command Line) History noch Autocompletion hat.


Probleme beim Booten von USB-Stick

Die erste Voraussetzung ist ein Mainbaord, das vom USB-Stick booten kann; ältere Mainboards wie z. B. ein Tyan S4882 oder Tiger MPX scheiden damit aus. Die zweite Voraussetzung ist das der USB-Stick im BIOS als erstes Boot-Medium konfiguriert wurde. Im BIOS findet man den USB-Stick meist als "USB-Key", manchmal auch als "Generic STORAGE DEVICE". Ältere BIOSe, z. B. beim QK8S, betrachten den USB-Stick als Floppy, so das man Floppy einstellen muß (ohne vorhandene Floppy). Zudem kann es sein, das das BIOS buggy ist und weder den Stick noch Floppy in der Boot-Reihenfolge anbietet, so das es dementsprechend nur dann vom Stick bootet, wenn es sonst nichts anderes bootfähiges findet (d. h. alle Festplatten abstöpseln, keine bootfähige CD/DVD im Laufwerk). Dieses Verhalten zeigten beispielsweise ein IWILL DF88 und ein Supermicro H8DM3-2: USB-Sticks ab einer Größe von 4 GB werden als Festplatte einstuft und gemäß Murphys Law in der Boot-Reihenfolge der Festplatten ganz hinten einordnet. Man kann bei solchen BIOSen zwar über eine passende BIOS-Konfiguration die Reihenfolge ändern, verliert diese Einstellung aber mit dem Abziehen des Sticks.
Danach sollte man den Stick bei ausgeschaltetem Rechner einstecken, denn einige Mainboards wie Epia-M erkennen den Stick sonst nicht. Normalerweise reicht aber Einstecken und Reboot oder Reset-Knopf drücken.
Hilft auch das nicht, sollte man nicht alles zum Booten benötigte entfernen, beispielsweise Tastatur und Maus. Ein Beispiel hierfür ist mein Tyan Tiger MPX: Ist als Maus eine Razer Copperhead angeschlossen, ist ein Booten unmöglich; es wird bestenfalls ein Blackscreen gezeigt aber niemals gebootet.

Das Booten vom USB-Stick erfordert dann noch ein korrektes Zusammenspielen von Stick, USB-Controller und BIOS. Hierbei zeigt sich, dass dieses Zusammenspiel sehr fragil ist und abhängt a) von der Größe des Sticks (von kleinen Sticks kann mit höherer Wahrscheinlichkeit gebootet werden), b) der Geometrie (bei kleinen Sticks benötigt man 32 Heads, 32 Sectors/Track; bei großen (ab 2 GB) benötigt man 255 Heads, 63 Sectors/Track), c) Partitionierung (Partitionieren und ein Bootloader im MBR scheint zverlässiger zu sein als das Superfloppy-Format), d) anderes wie Bootloader und Dateisystem. Es kann auch helfen die USB-Optionen im BIOS zu variieren.
Hierbei ist anscheinend egal welches Betriebssystem auf dem Stick ist; wenn man davon booten kann, dann funktioniert es erfahrungsgemäß mit einem MS-DOS/Windows wie mit einem Knoppix.
Beispielsweise mußte ich mit MS-DOS wie mit Knoppix 5.1.1 feststellen, das von einem FSC Memorybird P Rev. 2.0 512 MB nur mit 32 Heads, 32 Sectors/Track gebootet werden kann und das von einem gleichen Stick, nur viermal größer (d. h. 2 GB), nur mit 255 Heads, 63 Sectors/Track gebootet werden kann.

Außerdem ist das Booten vom Stick generell nicht so zuverlässig wie das von Diskette oder Festplatte: Selbst wenn eine bestimmte Kombination von Stick, Mainboard und BIOS funktioniert, scheitert es trotzdem manchmal, zu ca. 10 %, unabhängig davon ob ein Notebook (z. B. M660 SE) oder ein Rechner mit einem Quad Opteron Mainboard (z. B. QK8S) vom Stick zu booten versucht. Hier gilt leider nur das Bill-Gates-Motto "It works most of the time." und es hilft dann meist eine andere USB-Buchse auszuprobieren.


Link zu meinem Test vom Oktober 2007 mit 9 USB-Sticks der Größe 4 GB und unter 40 Euro


Aktuelle Bestenliste USB-Speichersticks von CHIP


Kleine Übersicht von USB-Speichersticks mit Schreibschutzschalter.


Kleine USB-Sticks


Fakes

Hier ist ein Beispiel für einen gefakten USB-Stick: 64 GB USB memory stick
Laut Aufkleber im Inneren hat der Stick eine Kapazität von 64 GB und als USB mass storage device meldet er 64 GiB (unter Linux in /var/log/messages bzw. über dmesg). Allerdings wurde er im Oktober 2007 in Südostasien für nur 20 EUR gekauft (von 80 EUR heruntergehandelt), auf dem Markt findet man zu dieser Zeit von Sony nur Sticks mit maximal 8 GB und als USB mass storage device meldet er als Vendor "Generic"; dieser Stick kann also nicht echt sein, auch weil ein echter 64 GB-Stick zu dieser Zeit rund 1000 Euro kosten müste, also das fünfzigfache!
Ein Test mit

badblocks -wsv -t random -o logdatei.txt /dev/sda

zeigt aber, daß nur die ersten knapp 32 MB vorhanden sind, also nicht einmal ein Tausendstel des Nennwerts! Dahinter befindet sich nichts (oder nur defekter Speicher), von dem das Betriebssystem nichts erfährt, weil jede Schreib-/Lese-Operation auf Sektorebene erfolgreich ist; es werden also keine Fehler gemeldet!
Bei diesem Stick zeigt sich der fehlende Speicher auch an der Transferrate: Zunächst liegt sie deutlich unter 10 MByte/s und sprigt dann plötzlich auf gut 20 MByte/s.
Zudem variiert die Grenze, ab der badblocks defekte Blöcke meldet; der Stick ist also auch instabil!
Vom selben Händler stammt auch ein 4 GB Memorystick Pro, bei dem nur die ersten 4 MB vorhanden sind, also nur ein Tausendstel.

Ähnliche USB-Speichersticks findet man im November 2007 auch auf ebay.de mit Preisen im Bereich von 50 EUR für 64 GB und 30 EUR für 32 GB, überwiegend von Verkäufern in China (kostenloser Versand aus China steht in der Rubrik Versandkosten). Wahrscheinlich sind diese Sticks zu 100 % Fakes, denn auffällig ist dabei, das die Händler dieser Sticks meist erst kurze Zeit bei ebay angemeldet sind, das sie wenig Bewertungen haben und in der Artikelbeschreibung findet man verräterische Hinweise wie "Teilweise hatten wir hier in der Vergangenheit Probleme bei zu kopierenden Dateien. Daher können wir keine Garantie geben, dass der Stick auch tatsächlich einwandfrei funktioniert!".
Das ändert aber nichts an der bei Fakes falschen Kapazitätsangabe - also Vortäuschung falscher Tatsachen - und ist daher juristisch gesehen zumindest Betrug, auch weil diese Sticks auf ebay meist als neu und nicht als defekt verkauft werden.
Nach einem Hinweis an Sony sieht es auf ebay.de Ende Dezember 2007 nur etwas besser aus: Es wird nur noch ein 64 GB-Stick angeboten und zwar als gebraucht und defekt, mit der Beschreibung "Man kann auf ihn Daten speichern aber wenn man ihn von PC trennt, dann werden die Daten auch gelöscht.". Von den gefakten Sony-Sticks gibt es, der Form und Farbe nach zu urteilen, immer noch einige kleinere, aber ohne Marken-Aufdruck oder auf den Fotos sind ist der auf der Stick-Hinterseite versteckt. Zudem werden diese Sticks meist von angeblich privaten Verkäufern mit weniger als einem Dutzend Bewertungen angeboten. Die Auflistung aller USB-Speichersticks mit 32 GB am 25.12.2007 zeigt auch ein wenig positives Bild: Nur einer von 23 Sticks hat mit rund 260 EUR einen marktüblichen Preis, einer wird für die Hälfte angeboten und die anderen 21 für maximal ein Viertel; meist mit einem Startpreis von 1 EUR. Wahrscheinlich sind also 91,3 % der 32 GB USB-Speichersticks auf ebay.de nur Fakes.
An den Fakes auf ebay.de hat sich diesem Berich zufolge also seit mindestens einem Jahr praktisch nichts geändert, aber das Haupt-Problem sind hierbei die fälschenden Hersteller in Südostasien.

Eine etwas andere Variante von Fakes sind Sticks, bei denen zwar der Speicher zum größten Teil vorhanden ist und der auch tatsächlich beschrieben/gelesen werden kann, der aber falsch adressiert wird!!!
Solche Sticks gab es Ende 2007 beispielsweise bei ALDI Suisse. Wie die c't 24/2007 auf Seite 53 berichtet, wird auf diesen Platinum USB-Sticks mit 2 GB noch bis knapp 1 GB korrekt adressiert, aber danach werden falsche Blöcke adressiert, so das beim fortlaufenden Beschreiben die alten Daten von neuen Daten überschrieben werden und das Betriebssystem merkt nichts davon, weil jede Operation auf Sektorebene erfolgreich ist; es werden also keine Fehler gemeldet!
Zwar verweist ALDI Suisse auf eine nicht ungewöhnlich hohe Reklamationsquote, aber das ist nur die offizielle Aussage und selbst wenn sie stimmen sollte, ist die Ursache dafür vermutlich NICHT das die allermeisten dieser Sticks fehlerfrei sind, sondern eher das die meisten Käufer zumindest zunächst unterhalb der 1 GB-Grenze bleiben oder ihre Dateien nicht überprüfen. Zudem neigen wohl nur wenige Kunden dazu einen Fehler, der meist nicht sofort auffällt und "nur" rund 10 Euro billige Hardware betrifft, zu reklamieren.

Es verwundert deshalb nicht, das in der Presse häufiger Berichte über Datenverluste durch manipulierte USB-Sticks auftauchen und zwar auch bei kleinen Sticks mit nur 1 GB.

Fakes eignen sich gut als Write-Only-Memory oder für FINOs (First In Never Out). Ein Ebay-Verkäufer beschreibt dies zu einem Stick mit angeblich 64 GB Speicher als "Man kann auf ihn Daten speichern aber wenn man ihn von PC trennt, dann werden die Daten auch gelöscht.". Man kann dadurch beliebig viel darauf speichern und am sichersten in einer Partition oder Datei hinter dem physikalischen Ende des Speichers. Diese Fakes Speicher eignen sich zum Daten verlieren daher besser als beispielsweise angeblich defekte Bänder.
Mit solchen Sticks kann man gesetzlichen Pflichten beispielsweise zur Email-Archivierung oder zur Vorratsdatenspeicherung ganz korrekt nachkommen, ohne das jemand die gespeicherten Daten lesen kann.

Wegen diesen Fakes sollte auf einen Schreib-Lesetest mit ständig wechsenldem Muster, beispielsweise der zweite Schreib-Lesetest in meinem Skript (badblocks mit Pseudozufalls-Muster), nicht verzichtet werden!
Und zur Stabilitäts-Prüfung sollte auf den ersten Schreib-Lesetest nicht verzichtet werden, denn einige Sticks zeigen bei einem einzigen Schreib-Lesetest mit ständig wechsenldem Muster keinen Fehler, versagen aber beim vierfachen Schreib-Lesetest mit konstantem Muster (erster Schreib-Lesetest in meinem Skript).
Dies gilt generell für alle Datenträger, denn Fehler zeigen sich in der Praxis nicht nur beim Datenträger sondern auch bei angeschlossenen Kabeln, Controller, Bussen usw..
Sporadische Fehler zeigt die von badblocks erstellte Liste von defekten Blöcken (Option -o ) dadurch, das die Liste bei mehreren Durchläufen verschiedene Blöcke anzeigt.

Unter MS-Windows, auch mit Cygwin, gibt es kein badblocks-Programm. Man kann unter MS-Windows aber grob auf Datenträger-Fehler testen: Über das Bordmittel Rechtsklick/Eigenschaften/Extras/Fehlerüberprüfung, das aber nur wenige Fehler findet. Für genauere Tests gibt es Test-Programme wie usbmost
Sinnvoll ist usbmst nur mit einer Test Size von 100 % und ein mindestens fünfmaliges komplettes Beschreiben und Auslesen.

Ein weiteres Test-Programm für MS-Windows ist H2testw.

Ein kompletter Test mit badblocks, also fünf komplette Schreib-Lesetests, benötigt einige Zeit: Ein mittelmäßiger Stick wie der FSC Memory Bird P Rev. 2.0 zeigt eine Leserate von rund 11 MByte/s und eine Schreibrate von rund 6 MByte/s; bei einer Größe von 2 GB dauert ein einfacher Lauf eines Schreib-Lesetests gut 9 Minuten.
Bei diesem FSC Memory Bird P Rev. 2.0 2 GB habe ich noch den Parameter Blockgröße verändert, von 512 bis zum Maximum (von badblocks) von 4096 Byte, um die niedrige Geschwindigkeit zu erhöhen, aber sie blieb bis auf 4 % genau konstant; eine veränderte Blockgröße bringt also praktisch keinen Geschwindigkeitszuwachs.

Die Fälschung von Speicher in Südostasien hat eine lange Tradition: Beispielsweise gab es schon um 1995 das Problem, das auf 486er-Mainbards leere Cache-Chips verbaut wurden: http://www.heise.de/ct/95/03/026/. Das nun von dort zu über 99 % leere USB-Sticks und Speicherkarten verkauft werden kann deshalb nicht wirklich überraschen.


Sonstiges

Im Englischen heißen die USB-Speichersticks meistens USB Key (womit aber auch eine zur Authentifizierung verwendete Smartcard mit USB-Anschluß, z. B. der "Lotto-Internet-Stick", gemeint sein kann) oder USB Drive (womit auch Festplatten mit USB-Anschluß gemeint sein können) oder schlicht USB Stick (womit aber auch USB-WLAN-Dongle oder USB-Bloothooth-Dongle oder ... gemeint sein können). Daneben gibt es noch die Bezeichnungen USB Flash / USB Flash Drive, USB thumbdrive und USB Memory.


Padlock

Hier ein paar Bilder vom Corsair Padlock (2 GB) - ein USB-Stick mit Zahlenschloß, das auch durch Auslöten umgangen werden kann und daher Schlangenöl ist: padlock
padlock
padlock

Abgebildet ist die 2007er Version. Die 2008er Version hat ein transparentes Füllmaterial, das das Auslöten erschwert, aber weiterhin keine Verschlüsselung. Das man das Zahlenschloss auch bei der 2008er Version sehr einfach und ohne Löten umgehen kann, kann man nachlesen in der c't 2008, Heft 11, Seite 63, Artikel "PIN-Theater".

Ebenso schlecht ist die Sicherheit bei USB-Sticks mit Fingerabdrucklesern, die als "Datentresore" angepriesen und teuer verkauft werden: Sie verschlüsseln die Daten nicht und zum Auslesen wie zum Beschreiben muß man sich nicht die Mühe machen mit kopierten Fingerabdrücken zu arbeiten; es reicht ein einziger USB-Befehl (Command Descriptor Block), den man mit Tools wie PLscsi an den Stick schicken kann. Nachzulesen in c't 5/2008, Seite 70, Artikel "Einfach Aufgemacht": http://www.heise.de/security/Sichere-USB-Sticks-geknackt--/artikel/103942.
Ähnlich schlecht scheint es auch bei der Verschlüsselung von verschlüsselnden USB-Sticks auszusehen, denn in der gleichen Zeitschrift kann man sechs Seiten weiter (Artikel "Schusselverschlüsselung") von einem Krypto-Festplattengehäuse lesen, das ebenfalls per USB angeschlossen wird, und angeblich mit AES-128 stark verschlüsseln soll: Tatsächlich wird nur sehr schwach und leicht erkennbar mit nur einem 512 Byte großen Codeblock XOR verschlüsselt: http://www.heise.de/security/Verschusselt-statt-verschluesselt--/artikel/103093.

Ein anderes unrühmliches Beispiel für nur angeblich sichere USB-Sticks ist der Secustick: Protected Memory Stick Easily Cracked.


Weitere Links

Chip-Workshop: So machen Sie ihren USB-Stick bootfähig
http://archiv.chip.de/artikel/c1_archiv_artikel_17096447.html
Hier findet man am Artikel-Ende auch eine Übersicht welche Sticks im Test 100%-tig bootfähig waren und welche Sticks Hardware-Fehler haben. Allerdings ist der Artikel vom Oktober 2003, also für USB-Sticks auf die meist nicht einmal eine Knoppix-CD paßt und die es meist nicht mehr zu kaufen gibt.

USB-Memory-Stick (USB-Speichermodul) FAQ - Teil 3: Betriebssysteme auf USB-Memory-Stick:
http://www.techwriter.de/thema/usb-mem1.htm

Bei defekten BIOSen kann die fdisk-Geometrie für die Bootfähigkeit entscheidend sein:
http://forum.mini-pc-pro.de/showthread.php?t=2716

Artikel Hols vom Stöckchen - Notfall-System vom USB-Stick booten
http://www.heise.de/kiosk/archiv/ct/06/20/068_Pfiffige_Stoeckchen

Artikel aus c't 14/07: Tipps und Tools für den Einsatz portabler Software

Artikel aus c't 14/07: Portable Software für USB-Sticks

USB-Stick-Test vom April 2007, mit schnellen USB-Sticks und Erläuterung der Geschwindikeitsklassen:
http://www.au-ja.de/review-3xusbflash2007-1.phtml

Hard Realtime Linux: Create your mini Linux RTAI on CD or on a flash disk.

Installing Damnsmalllinux to an USB Flash Drive

Flashlinux - eine 256 MB kleine Linux-Distribution für USB-Sticks

Damn Small Linux auf USB Speichermedium installieren

Spblinux: Linux für USB-Sticks ab 64 MB

Privatix: Live Linux mit Datenschutz- und Verschlüsselungssoftware; ähnlich sind Polippix und Incognito.

Knopperdisk - Ein kleines Gentoo für USB-Sticks ab 128 MB.

USB-Stick-Variante von OpenOffice

AMNESIA-USB Stick

Backup-Tool für USB-Sticks (für MS-Windows): Toucan

Einer von tausenden Forums-Threads zu gefälschten und defekten USB-Sticks und Speicherkarten wie Memory Stick Pro Duo.

Für den Widerruf nach § 355 BGB ist egal ob die Verpackung geöffnet und getestet wurde und ob es sich um Hard- oder Software handelt, wie man neben dem BGB auch hier nachlesen kann:
http://www.frageinenanwalt.de/14-tägiges-Rückgaberecht__f5177.html

Die Versandkostenpauschale erhält man bei komplettem Widerruf zurück:
http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/27/0,1872,7006747,00.html

Dass das Aufreißen von Verpackungen auch im Laden nicht zum Kauf verpflichtet, reduzierte Ware nicht vom Umtausch umgetauscht werden kann wenn sie fehlerhaft ist und andere juristische Fakten kann man nachlesen in den Büchern "Lexikon der Rechtsirrtümer", Ullstein, 2004, ISBN: 3548366597 sowie "Neues Lexikon der Rechtsirrtümer", Ullstein, 2005, ISBN 3548367720. Auszugsweise gibt es sie hier online: http://www.stern.de/search/index.html?stern=1&category=sterntv&selsterntv=1&selreportage=1&searchmode=artikel&q=rechtsirrt%FCmer&x=0&y=0.