Im Test waren 9 USB-Speichersticks mit einer Größe von 4 GB und einem
Preis von (Ende September) maximal 40 EUR, denn es gibt Sticks dieser Größe im
Preisberich von 29 EUR (Ultron) bis 115 EUR (Verbatim USB-Stick 4GB
Professional), aber mehr als 40 EUR für 4 GB auszugeben macht nur für spezielle
Sticks Sinn; beispielsweise High-Speed-Sticks mit mindestens 25 MB/s Schreiben
und 35 MB/s Lesen.
Das Booten wurde zuerst an meinem Notebook M660SE getestet, denn
beispielsweise für ein BIOS-Update muss es über USB-Stick gebootet werden.
Dabei zeigten sich zwei Gruppen von Sticks: Mit der guten Gruppe konnte beim
ersten Versuch gebootet werden, mit der schlechten Gruppe konnte nicht
gebootet werden, obwohl es mit jeder der 3 USB-Buchsen und jeweils vorher
Notebook ausschalten versucht wurde; zudem wurde es noch mit einem USB1-Hub
versucht, weil das M660SE mit einem älteren 512 MB-Stick (FSC Memorybird P
Rev. 2.0) nur darüber booten kann, aber bei den 4 GB großen Sticks half der Hub
nicht.
Dieses Problem, das der Stick nur mit USB1 funktioniert, kann man bei laufendem Linux
durch Entfernen des Moduls ehci_hcd erreichen (rmmod ehci_hcd, eintragen in
/etc/modprobe.d/blacklist und als Kernel-Boot-Parameter
brokenmodules=ehci_hcd). Danach sind die Sticks aber durch das so erzwungene
USB1 entsprechend langsam.
Anschließend wurden nur noch die Sticks der guten Gruppe getestet und wie in
der Tabelle nachzulesen konnten damit auch die PCs mit Mainboards von Iwill
(QK8S),
Flexcomputing (QF88), Tyan (S3992) und Supermicro (X6DA8-G2) booten.
Entsprechend ergeben sich für die Booten-Wertung nur 0 oder 100 Prozent.
Es zeigt sich also ein sehr deutlicher Unterschied zwischen den so genannten
bootfähigen und nicht bootfähigen Sticks und diesen Unterschied kann man
den Produktbeschreibungen nicht entnehmen. Ähnlich ist die Lage beim
Schreibschutzschalter: In den meisten Produktbeschreibungen steht er nicht und
wenn, dann ist die Produktbeschreibung häufig falsch; d. h. ein
angegebener Schreibschutzschalter ist beim Stick nicht vorhanden.
Deshalb hatte keiner der Sticks im Test einen Schreibschutzschalter.
Zur Geschwindigkeitsmessung verwendet wurden nur die akzeptablen
(=bootfähigen) Sticks mittels
time badblocks -wsv -t random /dev/sda
gemessen unter SuSE 10.2, x86 32 Bit auf einem
PC mit Tyan Tiger MPX mit einer PCI-Combo-Karte mit USB 2.0, Firewire und
Gigabit-Ethernet von Avlab.
Vor der Geschwindigkeitsmessung sollte man mittels
fdisk -l
nachsehen ob der Stick wirklich /dev/sda ist bzw. ein anderes Device
eintragen, denn ansonsten können Daten
unrettbar überschrieben werden und selbst ein Abbrechen hilft dann nur
wenig weiter, weil zuerst der Master Boot Record mit der Partitionstabelle
oder der Volume Boot Record überschrieben wird.
Die mittlere Geschwindigkeit wird einfach als Datenträgergröße
geteilt durch Zeit gemessen, also V = s/T.
Weil beim Schreib-Lesetest mit badblocks zuerst geschrieben und dann gelesen wird, muß man als
Datenträgergröße s des Benchmarks das doppelte der Größe des
Datenträgers angeben.
Die Datenträger-Größe wird als 1024 Byte-Block-Anzahl beim
Start von badblocks angezeigt.
T ist der real-Wert von time, in Sekunden.
Bei dieser einfachen Geschwindigkeitsmessung wird der Mittelwert der
reziproken Lesegeschwindigkeit und der reziproken Schreibgeschwindigkeit
gebildet.
Weil die Lesegeschwindigkeit meist deutlich höher ist als die
Schreibgeschwindigkeit erhält man dadurch einen Wert der größer ist
als das arithmetische Mittel von Lesegeschwindigkeit und
Schreibgeschwindigkeit. Da in der Praxis meist deutlich häufiger gelesen
als geschrieben wird, ist die hier gemessene Geschwindigkeit aber
praxisnäher.
Man könnte noch genauer
messen und zwischen Lese- und Schreibgeschwindigkeit unterscheiden sowie
mit verschiedensten Zugriffsmustern und Blockgrößen messen, aber das
wäre praxisfern, denn mit einem USB-Stick wird sowohl gelesen als auch
geschrieben und kein Anwender optimiert für einen USB-Stick
Zugriffsmuster und Blockgrößen.
Um zu testen wie stark die Geschwindigkeit vom verwendeten Rechner
abhängt, wurde testweise wurde der schnellste Stick, der SanDisk U3
Cruzer Micro, auch am Notebook M660SE gemessen und zeigte dort 7 %
mehr Geschwindigkeit, also 12,2 MB/s. Vom theoretischen Maximum von 60
MB/s wie auch vom durch den Protokolloverhead gegebenen praktischen
Maximum von 35 MB/s ist man aber bei allen Sticks
im Test weit entfernt.
Die Werte für die Geschwindigkeit hängen also geringfügig vom
verwendeten Rechner ab. In der Praxis, beim Verwenden mit Dateisystem und
dem Kopieren mehr oder minder vieler Dateien, sieht man etwas kleinere
Geschwindigkeiten.
Interessant ist auch, das die Geschwindigkeit von den Daten abhängt: An
einem Corsair Flash Voyager 4 GB zeigt sich mit einem konstanten Muster wie
0x00 oder 0xff eine Schreibgeschwindigkeit von 14 MByte/s, während es mit dem
Pseudozufallsmuster von Badblocks nur 8 MByte/s sind; bei sehr einfachen
Datenmustern ist dieser Stick also fast doppelt so schnell! Die Ursache hierfür
ist bisher unbekannt, aber dieses Phänomen findet man auch in diversen
Internet-Foren beschrieben; beispielsweise
hier.
Die Geschwindigkeit 0 beim Intenso bedeutet, das der Benchmark
fehlerhaft abgebrochen
wurde. badblocks meldete in diesem Fall defekte Blöcke und der Linux-Kernel
bringt folgende Meldungen:
USB disconnect
SCSI error: return code = 0x10000
end_request: I/O error, dev sda
rejecting I/O to dead device
Danach blieb der Stick tot: Unter Linux wird er von fdisk -l nicht
angezeigt und MS-Windows zeigt in der Datenträgerverwaltung ein
Wechslemedium mit dem Inhalt "Kein Medium". Die Versions-Nummer 0.00, die der
Linux-Kernel von diesem USB-Gerät nach dem Einstecken anzeigt, deutet
darauf hin, das die Ursache noch nicht ganz ausgereifte Hardware ist.
Beim Stick von Kingston zeigte sich beim ersten Versuch das gleiche Problem,
aber nach Abziehen und wieder Einstecken hatte er sich erholt und beim zweiten
Versuch konnte die Geschwindigkeit gemessen werden.
Einen ähnlichen totalen Frühausfall wie beim Intenso habe ich auch schon
bei einer Festplatte von Maxtor gesehen, die nach nur 4 Stunden Nutzung
starb. Ob die Sticks von Ultron generell eine kurze
Lebensdauer haben, kann mit dem Test deshalb nicht ausgesagt werden, aber das
auch der Stick von Kingston kurzzeitig dieses Problem hatte, deutet auf ein
generelles Stabilitäts-Problem der Sticks hin, denn solche Probleme habe
ich bei USB-Festplatten nie gesehen, obwohl ich die seit Jahren verwende und
auch mehrfache komplette Schreib-Lesetests tagelang darauf liefen.
Um solche Frühausfälle herauszufiltern sollte man
vor dem ersten Einsatz einen Datenträger immer mit einem kompletten
Schreib-Lesetest überprüfen. Statt einem einfachen Schreib-Lesetest
sollte deshalb der übliche vierfache gemacht werden mittels
time badblocks -wsv -o logfile_badblocks_sda.txt /dev/sda
In dem Logfile findet man die Position der Fehler auf dem Datenträger.
Fazit
Die Sticks im Test zeigten generell mehr Leistung für mehr Geld: Mit dem
billigsten konnte nicht einmal das Notebook M660SE gebootet werden und der
teuerste ist der schnellste, der auch keine lästige Kappe hat.
Allerdings zeigte sich hier, wie auch beim Testen von Festplatten, das es
zu einigen Prozent Frühausfälle gibt, nach denen der Datenträger tot ist.
Richtige High-Speed-Sticks mit deutlich über 20 MByte/s auch beim Schreiben
waren nicht dabei. Auch hier zeigt sich, das Leistung Geld kostet: Der
Corsair Voyager GT 4GB mit 34MB/s Lesen 25MB/s Schreiben (laut Hersteller)
kostet gut 70 EUR und ist damit rund doppelt so schnell und teuer wie der teuerste und
schnellste Stick im Test.
Nicht ganz unwichtig ist die Lieferzeit: Im Test dauerte die Lieferung trotz
Vorkasse einen Monat, von 15 bestellten Sticks konnten nur 9 geliefert werden
und in dieser Zeit sind die Sticks um rund 15 % billiger geworden; hier
bewahrheitet sich "Zeit ist Geld" als Vorteil für den Händler und als
Nachteil für den Kunden, auch weil die Vorkasse für die nicht
gelieferten Sticks ein zinsloser Kredit ist und im Kokursfall ist die Vorkasse
sogar komplett verloren.
Man sollte daher den Lieferanten sorgfälltig auswählen.
Von den 9 Sticks ist der SanDisk U3 Cruzer Micro empfehlenswert,
denn nur er hat eine Durchschnittsgeschwindigkeit von deutlich mehr als 10
MByte/s, durch den versenkbaren und einrastenden USB-Stecker entfällt die umständliche
Kappe und es konnte damit jeder Rechner gebootet werden, der vom USB-Stick
booten kann. Ein Minuspunkt ist aber das auf diesem Stick die nicht leicht
entfernbare Badware U3 ist.
Der U3 Cruzer Micro eignet sich laut SanDisk auch für ReadyBoost, aber mit
einer mittleren Geschwindigkeit von weit weniger als 20 MByte/s ist dieser
Stick für ReadyBoost nicht empfehlenswert.
Auf dem U3 Cruzer Micro ist auch etwas Software (Bonusprogramme) zur Verwendung unter
MS-Windows.
Dieses U3 kann man mit MS-Windows-Programmen entfernen:
http://www.sandisk.com/Assets/u3/launchpadremoval.exe
http://www.u3.com/uninstall/final.aspx
Unter Linux kann man die Badware U3 nach dieser Anleitung entfernen:
http://teknohog.godsong.org/hacks/u3/
Das U3 erscheint im BIOS als zusätzliches USB Mass storage Device
und vom Betriebsysstem aus als CD-Laufwerk, auf dem
ca. 5 MB Dateien read-only und meist mittels CDFS gespeichert sind.
Zudem ist dort kein freier Platz vorhanden und
vom Betriebssystem aus kann man nicht direkt schreibend zugreifen.
Auf dem Cruser sind in dem U3 die 3 Dateien autorun.inf
(1 kB), LauchPad.zip (4 MB) und LaunchU3.exe (1 MB), und die bewirken,
das das MS-Win u. A. ungefragt einige Dateien und Verzeichnisse
in der ersten Partition des Sticks anlegt und auch nach Hause (u3.sandisk.com)
telefoniert und nach Updates fragt.
Mit der launchpadremoval.exe kann man zwar die U3-Partition, die sich als zweites USB-Device meldet,
entfernen aber dieses Programm fügt den dadurch freigesetzten Speicher dem Rest so hinzu, das die
Daten auf dem Stick entweder gelöscht werden oder nach einem kurzzeitigen Backup wieder
auf den Stick kopiert werden. Beim Letzteren wird aber die fdisk-Geometrie
(255 h, 63 s) gelöscht und durch eine nicht bootfähige neue (16 h, 63 s)
ersetzt; mit dem Stick kann anschließend nicht mehr gebootet werden! Und
weil für eine neue fdisk-Geometrie eine neue Partitionstabelle nötig
ist, bedeutet dies für einen bootfähigen Stick a) VORHER ein Backup
anlegen, b) fdisk-Geometrie reparieren, b) neu Partitionieren, c) neu
Formatieren, d) Bootloader neu installieren und e) Backup wieder auf Stick
kopieren (ohne Dateien vom Bootloader zu überschreiben).
Zudem schreibt das Programm launchpadremoval.exe das kurzzeitige Backup OHNE
NACHFRAGE irgendwo auf den PC, wo zu wenig Platz sein kann, wo die Daten
beispielsweise aus Datenschutzgründen möglicherweise nicht hin sollen
oder es andere Probleme gibt; wie das U3 ist auch dessen Entfernung nicht
unproblematisch!
Das U3 sollte man daher möglichst vor der ersten Benutzung entfernen, auch
um den vom U3 belegten Speicher mit einem Schreib-Lesetest überprüfen zu
können.
Man kann nur hoffen, das Sandisk hier nachbessert, so das das
launchpadremoval.exe zumindest nachfragt wo das kurzzeitige Backup vom Stick
hin darf und das es die Option anbietet den 5 MB kleinen Speicherplatz der U3-Partition an
die andere, rund tausendfach größere, einfach anzuhängen, so das die vorhandenen Daten auf dem Stick
erhalten bleiben und der Stick bootfähig bleibt. Nur wegen einer
Vergrößerung der Datenpartition um rund ein Promille den Stick neu zu
Formatieren, Partitionieren usw. ist ja wie mit Kanonen auf Spatzen zu schießen.
Was dieses "nach Hause telefonieren" vom U3 genau macht und wie man das U3 an
seine Bedürfnisse anpaßt, auch mit beliebigen Applikationen wie
beispielsweise Keylogger, oder ein Skript das dem Besitzer per E-Mail
mitteilt, wo er sich beim Einstecken des Sticks gerade befindet (sinnvoll
für verlorene/gestohlene Sticks), kann man nachlesen im Artikel "Hacking
the SanDisk U3" im
Hacker Quarterly 24.4.
Es wird daher sicherlich nicht lange dauern, bis diese nach Hause
telefonierende und vom MS-Win automatisch gestartete U3 auch für Viren,
Würmer, Trojaner und andere Schädlinge mißbraucht wird, denn
auch USB-Festplatten wurden schon während des Produktionsprozesses mit Viren
verseucht (
http://www.heise.de/newsticker/meldung/96377).
Als Baukasten hierfür gibt es u. A.
Gonzor's Payload.
Ebenfalls halbwegs empfehlenswert ist der PowerRAM, denn von den brauchbaren, also
bootfähigen, Sticks ist er der billigste, er ist nur rund 1/5tel langsamer
als der U3 Cruzer Micro und wie dieser hat er ebenfalls keine störende
Kappe. Zudem hat der PowerRAM 5 Jahre Garantie.
Die anderen 7 Sticks sind generell nicht empfehlswert,
denn sie haben eine umständliche Kappe oder sind instabil oder es kann nicht davon gebootet
werden.
Die Bilanz des Tests ist insgesamt aber ungenügend, weil USB-Sticks immer
noch unausgereift sind: Einer von 9 Sticks starb schon beim ersten und ganz
einfachen Schreib-Lese-Test, ein weiterer meldete sich bei diesem Test bis zum
nächsten Anstecken ab und mit 4 von 9 Sticks kann nicht einmal gebootet werden!
Zudem haben die meisten eine umständliche Kapppe und wegen dem
fehlenden Schreibschtuzschalter ist keiner ein vollwertiger Disketten-Ersatz.
Wer einen lüfterlosen PC mit einem USB-Stick als einzigen Datenträger
verwenden will oder Knoppix von Stick booten will oder auch einfach nur
mittels von Stick gebootetem (Free)DOS eine Firmware oder ein BIOS updaten will hat deshalb
mit hoher Wahrscheinlichkeit erhebliche Probleme, die von Herstellern
und Händlern verschwiegen werden. Dies zeigt sich auch darin, das es für die allermeisten Sticks
kein Datenblatt gibt, das auch Lese- und Schreibgeschwindigkeit enthält.
Mit dem FernAbsatzResecht bzw. §355 BGB ist die Lage aber noch befriedigend,
denn die Sticks, die sich als nicht akzeptabel herausstellen, kann man
gemäß dem zweiwöchigen Rückgaberecht zurückgeben. Bei mir
dauerte die Gutschrift der 7 zurückgegebenen Stick sogar nur einen Tag.
Problematisch ist aber das die Lieferung durchaus einen Monat dauern kann und man
entsprechend lang planen muß.
Update 2007-11-07
Auch der PowerRAM erwies sich als instabil: Beim zweiten Einrichten des Sticks
per Skript (knoppix_usb.sh) meldete der Linux-Kernel
usb 1-1: USB disconnect, address 10
7:0:0:0: rejecting I/O to dead device
7:0:0:0: rejecting I/O to dead device
7:0:0:0: rejecting I/O to dead device
7:0:0:0: rejecting I/O to dead device
sda : READ CAPACITY failed.
sda : status=0, message=00, host=1, driver=00
sda : sense not available.
7:0:0:0: rejecting I/O to dead device
Beim Notebook M660SE zeigten sich drei Probleme:
A) zeigt Memtest86+ alle paar Stunden und manchmal beim Stick ziehen oder
stecken eines Sticks ein paar gekippte Bits bei Adresse 0x7bfe0, B) FreeDos bleibt beim
Booten mit der Meldung
-Initdisk
hängen, C) vom 512 MB-Stick (FSC Memorybird P, Rev. 2.0), über USB1-Hub,
kann das MS-DOS (vom MS-Windows 98) nicht booten; das Notebook bleibt mit der
Meldung "Disk I/O Error" stehen (ohne den Hub konnte nicht von dem Stick
gebootet werden).
Beim Booten von CD/DVD bleibt das Freedos aber auch hängen, mit einem
blinken Cursor (und sonst Blackscreen). Offenbar hat das
BIOS vom M660SE noch ein paar Bugs, denn auf den anderen oben aufgelisteten
Rechnern gab es keines dieser Probleme.
Das Booten und Verwenden vom Knoppix war aber problemlos, auf allen Rechnern
und egal ob von CD/DVD oder Stick.
Update 2007-12-08: Der Test umfasst jetzt 13 Sticks
Nachdem vom Versandhändler M*********y trotz Vorkasse im September und zweimaliger Nachfrage
erst nach zwei Monaten 4 weitere Sticks kamen, hier kurz das Ergebnis:
Corsair FlashVoyager, Rev: 1100, 37 EUR: 3964928 blocks, Problemlos auch beim Booten, 10,9 MB/s.
Ein empfehlenswerter Stick, aber mit Kappe als kleinem Minuspunkt und
0,5 m USB-Verlängerungskabel als kleinem Pluspunkt. Auf dem Stick ist auch
Truecrypt mit Manual, aber das gibt es auch online kostenlos.
SanDisk Cruzer Crossfire Rev: 2.0 (USB-Device Rev. 5.0), 33 EUR: 4000154 blocks, 7,3
MB/s, aber defekt: Beim letzten der vier Default-Schreib-Lesetets meldet
badblocks 100 % defekt! Durch Ziehen u. neu stecken wiederbelebbar, aber
weiterhin instabil.
hama: Flash Disk, Rev: 5.00, 34 EUR: Defekt; vermutlich nur ein Fake: Ein einfacher
kurzer Test mit badblocks -t random meldet ab Block 1026048 (gut 1 GB) nur
defekte (fehlende ?) Blöcke und der Linux-Kernel bringt Fehlermeldungen wie
end_request: I/O error, dev sda, sector 1756185.
Pluspunkt: Funktionierender Schreibschutzschalter.
Platinum USB STICK (PDU15_4G 7AI2.0), Rev: 0.00, 39 EUR: Defekt wie der Stick von hama,
ab Block 2960832 (rund 3 GB).
Fazit: Zu gut einem Drittel sind die USB-Sticks Schrott, weil sie bei einfachen
Schreib-Lesetests Datenfehler zeigen, oder sich als USB-Device abmelden oder
gar komplett sterben! Wie der Stick von Platinum zeigt, ist ein relativ hoher
Preis keine Garantie dafür, das er richtig (d. h. fehlerfrei) funktioniert.
Dieses Drittel gehört zur Kategorie "Geschenkt ist noch zu teuer"
und "illegale Entsorgung von Elektronik-Schrott"!
Weil die Testbedingungen mit 21 ± 1 °C und 50 ± 5 % rel. Luftfeuchte
optimal waren, wird man in der Praxis wohl mit höheren Ausfallraten rechnen
müssen, die ohne anfänglichen ausführlichen Schreib-Lesetest erst später durch
Datenverlust und Datenbeschädigung auffallen, wenn man den Stick intensiver
nutzt.
Update 2007-12-12: Stick von Aldi Süd (Deutschland) angetestet
Der Tevion 4 GB USB-Stick, den es seit 12.12.2007 beim Aldi Süd gibt,
zeigte bei den Speichertests (badblocks -t random -wsv, badblocks -wsv)
weder Fehler noch Instabilitäten. Ein Vorteil ist die kleine mechnische Größe, aber
er ist nicht schnell, hat eine Kappe und mit einem Preis von 35,99 EUR ist er
überteuert: Einen nahezu baugleichen 4 GB-Stick gibt es für etwas weniger als
den halben Preis bei
Pollin für 17,95 EUR (Best.Nr. 710361; ich gehe mal
davon aus, das es kein Fake ist, aber getestet habe ich diese Sorte Sticks
nicht).
Daher ist der Stick vom Aldi wenig empfehlenswert und zumindest bei USB-Sticks
ist ALDI zweifellos kein Discounter.
Update 2008-02-19: Sticks mit Schreibschutz-Schalter
Laut c't 5/2008 gibt es zwei im Wesentlichen nur Stick-Familien mit
Schreibschutzschalter:
Buffalo "High Speed Professionel Type R", Typenbezeichnung RUF2-R*G*
und
TrekStor "USB-Stick CS".
Wie die Namen andeuten, ist der erste der beiden schneller und teurer,
aber auch der zweite zeigte beim Schreib-Lesetest keine Fehler und
Knoppix lies sich problemlos davon booten.
Update 2011-06-17: Test des YourUSBStick 64
Dieser Stick stammt von www.kpelectronic.de, aber die Händler geben
als Hersteller Toshiba an. Der Stick selber zeigt "Manufacturer:
UDISK" (nach dmesg und lsusb -v).
Er hat 64489521152 Byte, USB3 und kostete rund 56 Euro (+Versand).
Aktuell ist er der günstigste USB3-Stick mit 64 GB Speicher.
Das erste Exemplar zeigte dutzende sporadische Schreib-Lesefehler die
bei jedem Test-Lauf an anderen Stellen gemeldet wurden. Dies zeigt,
das man ohne unterschriebenes oder signiertes Test-Protokoll wirklich
jeden Datenträger zumindest einem Schreib-Lesetest unterziehen solle,
denn ansonsten riskiert man Datenverust und/oder korrupte Daten!
Dagegen funktioniert das zweite Exemplar tadellos,
ebenfalls mit 32 MB/s am USB2-Bus, sowohl lesend als auch schreibend. Der
Hersteller untertreibt mit den auf der Verpackung gedruckten 20 MB/s
write, 30 MB/s read etwas, aber vielleicht sind die nicht sequentiell, wie mit
badblocks, gemessen worden.
Diese 32 MB/s sind praktisch die Maximalgeschwindigkeit vom USB2-Bus,
zumindest beim verwendeten Mainboard Supermicro X8SAX unter Linux
2.6.32-5-amd64 und damit ist der USB2-Bus der Flaschenhals. Im
Vergleich zu den USB2-Sticks,
die ich bisher testen konnte, hat man mit den USB3-Sticks einen
Geschwindigkeitssprung um den Faktor zwei bis drei, selbst wenn man "nur" USB2
verwendet.
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